Herbstveranstaltung der ZKI-Arbeitskreise

               Netzdienste und Verteilte Systeme

                                17./18.11.97, Kassel

Die Veranstaltung hatte 38 Teilnehmer und diente in der Hauptsache dem Erfahrungsaustausch, hier die
wichtigsten Punkte daraus:

   1.Spiegelungs- und Cachingtechniken

     Teilweise gibt es Probleme mit der Verfügbarkeit der Caches im WIN. Weiterhin ist es nicht in
     allen Umgebungen einfach, die Benutzer zur Verwendung der Caches zu veranlassen
     (Lösungsmöglichkeit: vorkonfigurierter WWW-Klient vom Fileserver oder von CD-ROM).

   2.Schnittstellen zwischen Technik/Organisation/Recht
     Werbung auf Web-Seiten der Hochschulen

     "Reine" Werbung ist im allgemeinen nicht erwünscht, Ausnahmen evtl. bei Kooperation mit Firmen.
     Es gibt unterschiedliche Meinungen zu volumenorientierten Abrechnungsmechanismen, zumindest
     eine Erfassung sollte in Betracht gezogen werden.

   3.IP Next Generation

     Herr Sand vom IPv6-Projekt der Uni Münster gab einen Überblick über Stand und Perspektiven
     dieser Entwicklung; mittlerweile ist IPv6 für fast alle Plattformen verfügbar. Zur
     Erfahrungsgewinnung kann "6Bone" genutzt werden.

   4.Die Zukunft von Directory-Systemen

     Herr Voigt vom DSA+ISODE Projekt der TU Chemnitz gab einen Überblick zu der neuen
     Entwicklungsrichtung LDAP (Lightweight Directory Access Protocol). Eigenständige
     LDAP-Server sind möglich, Verbindung mit X.500-Infrastruktur ist aber wünschenswert.

   5.Netzprovider-Situation ab 1998, Telefon-Integration

     Als Gäste gaben Herr Ullmann und Herr Pattloch von der Geschäftsstelle des DFN-Vereins
     Erläuterungen zum DFN-Telefondienst-Angebot ( http://www.dfn.de/win/sprache/allgemein.html -
     Sprache über das B-WiN).
     Zur Verbindung mit anderen ISPs in Deutschland war zu erfahren, daß intensiv weiter verhandelt
     wird.

   6.Help Desk / Trouble-Ticket-Systeme

     Kommerzielle Produkte werden wegen des hohen Einstiegspreises und wegen des
     Personalaufwandes kaum eingesetzt. In der Regel kommen nur mehr oder weniger gut besetzte
     Hotlines zum Einsatz. Am LRZ München liegen Erfahrungen mit einem Produkt der Firma Remedy
     vor. Der Benutzer kann neben einer Hotline eine Web-basierte Trouble-Ticket-Schnittstelle
     verwenden. An der TU Berlin, der Uni Erlangen und der Uni Kassel hat man Erfahrungen mit dem
     PD-Produkt GNATS gesammelt. Die Uni Essen untersucht das Produkt. Eine Schwachstelle ist
     das Wiederfinden von Informationen.

   7.Remote Management für heterogene Cluster / für Netze

     Auch hierzu liegen kaum Erfahrungen mit kommerziellen Produkten wie Tivoli und GENUadmin
     vor. Die Uni Kassel hat Erfahrungen mit Unicenter. Die TU Hamburg Harburg setzt auf eine
     einheitliche Benutzerverwaltung. Bzgl. verteilter Dateisysteme haben die Uni Mainz und die TU
     Chemnitz gute Erfahrungen mit AFS. Als Bindeglied zwischen der NT- und der UNIX-Welt wird
     vielfach auf Samba gesetzt.

   8.Einsatz von Linux in Rechenzentren

     An der TU Berlin werden als Studentenpool 40 Linux-PCs betrieben. Die Homedirectories liegen
     auf einer SUN. Die Benutzerverwaltung erfolgt mittels NIS. An der FH Magdeburg werden
     Erfahrungen mit einem Linux-Firewall-System gesammelt. Am LRZ finden Alt-PCs mit Linux als
     Drucker-Server Verwendung. An der Uni Freiburg werden Diskless-PCs mit Linux als
     INTERNET- Infosäulen eingesetzt.

   9.Management-Fragebogenaktion - Atlas Managementtools für Verteilte Systeme

     Er soll sich in einer ersten Stufe auf den von der Uni Mainz aus gestarteten Fragebogenaktionen
     und aus den Berichten der bei den AK-Sys-Seminaren vertretenen Einrichtungen ergeben. Er soll
     vom ZKI-Server aus, nur von Domains der im ZKI vertretenen Einrichtungen aus, abrufbar sein.
     Neben den vorgestellten Bereichen Backup/Migration, WindowsNT, Intranets, Einsatz von Linux,
     WWW-Service, Batch-Handling, AFS/DFS, Storage Management sollen noch die Bereiche
     Benutzerverwaltung, Standard-Server-Betriebssysteme und User Help Desk/Trouble Ticket
     System aufgenommen werden.

  10.Vorbereitung der nächsten Aktivitäten der Arbeitskreise

     Vom 9.3. - 12.3. findet in Bommerholz das Seminar "Administration Verteilter Systeme" statt.
     Mögliche Themen sind:
          NT als Server-Betriebssystem
          Erfahrungen mit AFS/DFS
          Hat NFS noch Zukunft?
          Backup und Archivierung
          Gibt es Alternativen zu ADSM?
          Backup und Archivierung für NT-Systeme
          Remote Management für heterogene Cluster
          Erfahrungsberichte
          Datenbank-Anbindungen vom WWW-Server
          DCE, Einsatzerfahrungen insbesondere aus der Industrie
          Einsatz von Chipkarten zur Authentifizierung beim Rechnerzugang, für kostenpflichtige
          Dienste
          Video-Server

     Die Frühjahrsveranstaltung des Arbeitskreises "Netzdienste" soll im Rahmen der
     ZKI-Frühjahrstagung stattfinden, die Herbstveranstaltung voraussichtlich wieder gemeinsam mit
     "Verteilte Systeme" (Oktober 98).

Herzlichen Dank an Herrn Seedig für die gelungene lokale Organisation!

Uwe Hübner, Hans-Dieter Weckmann, 16.12.97
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