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Exkursion am 16.-17.12.2010 zu IBM Research Lab Zürich

Bericht zur Exkursion ZKI AK-SYS zum Industry Solutions Lab, IBM Research Laboratory Zürich

Datum: 16.12.2010 mittags bis 17.12.2010 nachmittags

Teilnehmer (ZKI):

Prof. Michael Hebgen, Michael.Hebgen@URZ.Uni-Heidelberg.DE,
Rolf Bogus, rolf.bogus@urz.uni-heidelberg.de,
Prof. Dr. Klaus Merle, merle@uni-mainz.de,
Markus Tacke, tacke@uni-mainz.de,
Björn Nachtwey, b.nachtwey@tu-braunschweig.de,
Ulrich Schilling, ulrich.schilling@uni-due.de,
Stefan Ost, ost@uni-muenster.de,
Hans-Dieter Weckmann, hd.weckmann@uni-due.de,
Claus Kalle, kalle@uni-koeln.de

Teilnehmer (IBM):

Kurt Gerecke, GERECKE@de.ibm.com,
Heinz-Werner Cembrowski, heinz_werner_cembrowski@de.ibm.com,
Heiko Werner Schäffer, HWSCHAEF@de.ibm.com,
Josef Weingand, WEINGAND@de.ibm.com,
Norbert Deuschle, NDeuschle@t-online.de

Agenda

Entsprechend dem PDF-Dokument

Donnerstag, 16.12.2010

Nach einem sehr freundlichen Empfang im langsam einschneienden Zürich-Rüschlikon wurden wir in das Gebäude des IBM Industry Solutions Lab geleitet. Dort gab es zunächst einen leckeren Mittags-Imbiss und wir lernten unseren Host, Herrn Matthias Neidhöfer kennen, und uns untereinander bekannt machen.

IBM Research and the Zurich Lab

Zu Beginn des eigentlichen Informationsprogramms gab Herr Neidhöfer einen Überblick der Einrichtung in Zahlen. 3000 Personen weltweit, 350 in Zürich arbeiten forschend in IBM Research Labors. Etwa 50 pre-Docs sind in 90 Projekten aktiv. Es gibt 90 Collaborationen mit Universitäten.

In 1986 und 1987 wurde die Arbeit zum Nobelpreis in Zürich geleistet.

Im naturwissenschaftlichen Sektor (Physik, Nanotechnologie) werden Grundlagen für Storage und Systems erarbeitet. Im Computer Science und mathematischen Bereich gehr es viel um Themen wie Security&Privacy, wo gemeinsam mit Kunden (Bsp. UBS) Lösungen erarbeitet werden. Entsprechend der Beratungsleistung wird 55% des Umsatzes aus Dienstleistungen generiert.

Im Bereich Research+Consulting wurde etwa die Secure UBS Internet Transaction Lösung designed und erstellt.

Wesentliche weitere Schwerpunkte sind die Nano-Labs und Noise-free Labs, wo fortgeschrittene physikalische Experimente durchgeführt werden.

www.youtube.com liefert mit den Suchworten "IBM Research Zurich" viele Beiträge zum Anschauen zur weiteren Überblicks-Information.

Global Technology Outlook

Herr Frank Bagedorn, Leiter IT-Department im ISL, berichtete über seine Sicht auf Gegenwart und Zukunft des RZ. In seiner Abteilung sind ca. 20 Leute mit hohem Teilzeitanteil beschäftigt. Email-Dienst und Netz-Betrieb sind ge-outtask-ed, Netz an AT&T. Die Abteilung erbringt Dienste für Forscher.

Der GTO Prozess beginnt im März mit Ideen-Sammlung und endet im November mit 5-6 selektierten Themen. Stichworte: Workload optimized Systems, Reverse the Virtualization, HW-Bibliothek, System S Hardware: Power PC based Systems, FPGA-Einsatz, Phase Change Memory (kristallin ./. amorph).

Umgang  mit future of legacy, Erbe oder Last? 40/60 Prinzip, 40% Neues, 60% Weiterbetrieb, a la ITIL Control Loop. Toolsets for Identify, Improove, Operate, pro Feld ein Toolset.

Qualify Application for Application. Tivoli (system management) jetzt viel schlanker als vor Jahren. 2007/2008: reserach compute cloud, HPC spezifische capacity-> cloud.

Bemerkung Hebgen zu Cloud: Bleibt das Problem, Daten und Computer an einen Ort zu bekommen, er erwartet, dass Computer zu Daten kommen.

Storage Overview

Herr Kurt Gerecke referierte und gab einen Überblick von der Zeit der 3850 MSS (die schon HSM-Dienste konnten) über 3380/3390, wo wegen eines Problems mit der Magnetschicht im Laufe der Zeit 12000 Plattenstapel zu tauschen waren, über die "neuen" RAMAC disks 1994, bis hin zu Millipede disks, die wie er sagte, seit Mai 2009 Geld einbringen.

Nanotechnology - hopes and promises

Herr Rolf Allenspach stellte Nanotechnologie@IBM ISL vor. Besonders stolz konnte das seit einer Woche fertige Nano Lab, das gemeinsam mit der ETH finanziert wurde, präsentiert werden. Bereiche in denen geabreitet wird: Optische Lithographie bis runter zu 50 nm, dann carbon nanotubes, nanowires, spin devices, spintraces?, in Zukunft virtuelle Atome, Moleküle als Schalter, Logik aus CO Molekülen, and+or Funktion in 10x10 nm.

Storage Research

Herr Evangelos Elefteriou stellte im ISL untersuchte moderne Speicherkonzepte vor. Memory mit der Zukunft des Phase Change Memory. Tape immer wieder wichtig für das business (zero Co2 storage), dort weiter Wachstum. Disk moderate Wachstum, SSD/flash noch in Konkurrenz und zu teuer. Bei Tape die Frage, ob der Kostenvorteil gehalten werden kann. Bei Disk 2013 Dichte im IC-Design lith-mäßig erreicht, danach evtl. heat assisted magnetic recording (laser am head). In der SSD Technologie wird es durch Übergang von SONOS zu TANOS technology erhöhte Dauerhaftigkeit geben. Als wichtige Speichertechnologie zwischen SSD und RAM wird SCM (storage class memory) gesehen, mit weniger als 200 nsec read und ca. 1msec write cycle. Aber wo geht SCM hin? In den Server, indie Storage?

PCM dürfte 2013+ in multi-bit und multi-layer Technik reif sein in runter bis zu 15nm produziert zu werden.

Beim Band wird viel Entwicklung in Archiv-Applikationen gesteckt. Das Linear Tape File System (LTFS) aus dem Band wird realisiert werden. Durch GMR-artige Technik kann man heute schon 29,5GB/in2 erreichen. 10 TB/Band (und mehr!) erscheinen in 2 Jahren Möglich mit Wachstumsaussicht, allerdings als neue Technologie ohne Rückwärtskompatibilität.

 

Technology Demonstration

Frau Maria Soimu führte verschiedene Exponate im Empfangsbereich des Gebäudes vor. Erinnert werden soll hier an die sichere Überweisung mit dem device, dass vor Buchung inkl. Ziel und Betrag die Überweisung zur Freigabe anzeigt, die Beispiele zur Hausfernsteuerung und zur Kühlung von IC-Beispielen mit Wasser und Luft.

Zero-emission datacenters

Herr Bruno Michel führte zunächst in die Konzeption des emissionsfreien Datencenters ein. Schon wirtschaftliche Aspekte erzwingen Fortschritt in diese Richtung, werden doch jährlich (bei IBM?) 500 Mio US$ zum Fenster raus verheizt. Es ist damit zu rechnen, dass die Energiedichte weiter strak steigt, extrem: ein Rack in der Grösse eines Zuckerwürfels. Wasser transportiert Wärme 4000x besser als Luft, ist damit Mittel der Wahl. Chips demnächst übereinander… Weniger als 5% Pump-Energie bei Wasserkühlung. Green500 werden immer wichtiger. Chipkühlung wichtig, 10-fache Leistung/Fläche wie bei einer Kochplatte. Kühlung wie Blutadern konstruieren (bio-modell). Verkauf von RZ-Abwärme, bis zu 50% Einnahmen.

Aquasar: HS22 und QS22 umgebaut für Wasserkühlung. 7,9TF/gCO2 werden erreicht. Die Abwärme wird von der ETHZ genutzt. Wasser fliesst mit 1m/sec im Chip. Daraus bis Juni 2012 SUPERMUC System am LRZ.

Battery500: mehr miles oder km mit einer Batterieladung. 15 Personen forschen in diesem Bereich.

Zur Logistik:

Danke an alle bei der Vorbereitung und Durchführung der Exkursion Beteiligten, besonders aber Herrn Neidhöfer und Herrn Gerecke als Gastgeber und Sponsoren.

Der Empfang im ISL war sehr herzlich und großzügig. Durch die raschen und pünktlichen Bus-Transfers kamen wir bestens vom ISL zum Hotel und in die City zum Nachtessen. Dabei ergaben sich viele interessante, vertiefende Gespräche. Die Versorgung mit Pausengetränken und das Mittagessen waren perfekt, wir wurden reichlich verwöhnt. Bei der Verabschiedung wurden wir durch ein kleines Sprengel-Andenken freundlich daran erinnert, dass Zürich mehr zu bieten hat , als nur das IBM ISL.

Die Heimreise haben wir bei zunehmendem Schnee antreten müssen. Die Kollegen aus Heidelberg haben sich bereits mittags auf den Weg gemacht, die nach Düsseldorf gerichteten haben nach Wartezeit ihren Flug bekommen, die Mainzer Kollegen mussten ihren Frequent-Flyer Status nutzen, um rasch einen Platz in den noch startenden Maschinen zu bekommen.

Der Sprecher und Autor dieser Notiz hatte die Freude, noch bis Sonntag in Zürich bleiben zu können. Das ist eine andere Geschichte, die aber auch mit einem abgesagten Flug und einer Bahnreise im Liegewagen am Montag-Morgen in Köln ihren Abschluss fand.

Nochmals ganz herzlichen Dank an IBM für das Zustandekommen dieser Exkursion!

 

(Claus Kalle Ende Januar 2011)