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ZKI Nachrichten

10.12.2013 11:08

Verstetigung von Projekten mit IT-Unterstützung an Hochschulen

Von: Markus von der Heyde

Die Quadratur des Kreises?

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Die Arbeit wird ständig mehr und der Wunsch nach einer weitergehenden Unterstützung durch die IT-Abteilung wird immer lauter. Projekte werden dann gerne gestartet – ob groß oder klein – Hauptsache, es geht mal voran. Nach der erfolgreichen Einführung und der Gewöhnung an die neue Umgebung sind dann alle begeistert über die schöne neue Welt.

Wirklich alle?

Was ist das typische Schicksal von Projekten, die heute nicht ohne IT-Unterstützung auskommen, nach dem Ende der Förderzeit?

Richtig: Die Schublade ruft – es sein denn…

  1. Der erreichte Nutzen ist allen Beteiligten so nachhaltig wichtig, dass eine Übernahme in den kontinuierlichen Haushalt ohne Murren selbstverständlich ist. Achten Sie also bei der Zielformulierung schon darauf, wem das Projekt besonders nützen wird.
    Achten Sie bei der Durchführung darauf, dass diese Personen eng an die Zielerreichung angebunden sind, damit der Nutzen auch sichtbar wird.
  2. Bereits im Projektantrag ist eine Erhöhung der Haushaltsmittel um die für den Betrieb notwendigen Stellen und Sachmittel vorgesehen. Allen Entscheidern und Verantwortlichen ist also klar – nicht nur einmal Geld, sondern dauerhaft. Klingt unrealistisch an Hochschulen, ist aber sensationell transparent und erfolgreich, wenn es so praktiziert wird.
    Machen Sie bei der Formulierung des Projektantrags eine klare und später auskömmliche Prognose der dauerhaften Kosten.
  3. Das Projekt hat einen Nutzen, der als spätere Einnahmequelle dienen kann. Das bedeutet, dass die Ergebnisse einen „Marktwert“ bekommen und letztlich zu einer Refinanzierung der dann wirklich benötigten Leistungen führen.
    Versuchen Sie die durch das Projekt zu generierenden Leistungen als „Produkt“ zu verstehen. Eine kurze Marktanalyse kann dabei helfen, potentielle Kunden zu ermitteln und ein Verständnis eines realistischen Preises zu gewinnen.

Diese drei Punkte können die Verstetigung von Projekten unterstützen – eine Garantie gibt es aber auch dann nicht.

Offensichtlich kommt es in Hochschulen oftmals dazu, alle drei Punkte nicht zu berücksichtigen. Damit entstehen Projekte, die weder einen für alle Beteiligten formulierten Nutzen haben, noch mit einer dauerhaften Finanzierung des Ergebnisses rechnen können. Von zusätzlichen Einnahmen lassen die meisten Rechenzentren aus Hochschulen ohnehin gerne die Finger, da steuerliche Themen hier schnelle eine abschreckende Wirkung entfalten.


Wir würden gerne von Ihnen hören und Ihre Erfolgsrezepte hier publizieren!

 

Ansprechpartner im ZKI: Dr. Peter Leinen, Universität Mannheim, Tel.: 0621 181 3170.

 

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